Tierheilpraktikerin
Tina Doxtader


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Akupunktur

Die chinesische Medizin betrachtet das Tier in seiner Ganzheit und ist nicht wie die westliche Medizin in einzelne Fachrichtungen unterteilt. Ihr Anliegen ist es nicht nur Krankheiten zu heilen, sondern auch der Entstehung schwerer und chronischer Erkrankungen vorzubeugen. Grundsätzlich aber gilt: Akupunktur kann heilen, was gestört ist, sie kann aber nicht reparieren, was bereits zerstört ist.
 
Bei einer Arthrose mit Knorpelschädigung kann die Akupunktur nicht den Verlust des Knorpels rückgängig machen. Die Schmerzen an Bändern, Muskeln und Gelenkkaspsel können aber deutlich gemindert werden. Das Gewebe schwillt ab, es wird besser durchblutet, Gelenk und Muskulatur werden beweglicher und trainierbarer. Schmerzen lassen nach.
 
Die Akupunktur (acus = nadel, punctura = Einstich) basiert darauf, dass spezifische Köperpunkte stimuliert werden. Durch die Stimulation verändern sich verschiedene biochemische und physiologische Zustände, das Gleichgewicht im Körper wird wieder hergestellt und die Ursache von Störungen behoben. Die dünnen Akupunkturnadeln verbleiben etwa 20-30 Minuten im Körper und entfalten ihre heilsame Wirkung, während der Patient sich entspannt. Die meisten Tiere empfinden die Akupunktur als wohltuend und entspanned.
 
Die Akupunktur ist eine Methode, die die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Sie wird seit fast 4.000 Jahren erfolgreich bei Tieren und Menschen angewandt.
 
Bei welchen Erkrankungen kann Akupunktur eingesetzt werden?
Die Akupunktur schließt eine Lücke zwischen der medikamentösen und chirurgischen Behandlung. Im Westen wird sie vorwiegend angewandt, wenn Medikamente nicht wirken oder zu starke Nebenwirkungen haben und wenn eine Operation für das Tier nicht infrage kommt. In China wird sie häufig als primäre Behandlungsform noch vor der konventionellen und chirurgischen Therapie eingesetzt.
 
Die Akupunktur wird am häufigsten bei folgenden Störungen angewandt:
  • Störungen des Bewegungsapparates, z.B. Rückenprobleme, Wirbelsäulenerkrankungen, Hufrollenerkrankung, Hufrehe, Sehnenentzündungen, zahlreiche andere Lahmheitserscheinungen, degenerative Gelenkserkrankungen, rheumatoide Arthritis, Weichteilerkrankungen
  • Thorakale und zervikale Bandscheibenerkrankungen des Kleintieres
  • Triggerpunktbehandlung
  • Akute und chronische Schmerzen
  • Störungen des Nervensystems, z.B. Nervenverletzungen
  • Schmerztherapie bei und nach Operationen
  • Herzerkrankungen
  • Gastrointestinale Störungen
  • Reproduktionsstörungen
  • Störungen des Immunsystems
  • Hauterkrankungen
  • Erkrankungen der Sinnesorgane
  • Allergien
  • Atemwegserkrankungen
  • emotionale Störungen
  • Stützung von Sport- und älteren Tieren
  • Begleittherapie bei Tumorerkrankungen
 
Wie funktioniert Akupunktur?
Man weiß inzwischen, dass Akupunktur alle wichtigen physiologischen System beeinflusst. Primär wirkt sie über das Zentralnervensystem, das auf Bewegungsapparat, Hormonsystem und Herz-Kreislauf-System wirkt. Akupunktur kann mehr als nur Schmerzlinderung bewirken. Die Wirkung hängt dabei von der behandelten Störung und der Wahl der behandelten Punkte ab. Der stimulierende Reiz der Nadeln löst im Gehirn eine vermehrte Ausschüttung schmerzlindernder und stimmungsaufhellender Substanzen aus, die oft auch als Glückshormone bezeichnet werden. Dazu gehören Serotonin, körpereigene Morphine wie das Endorphin und Enkephaline.
 
Die wichtigsten Wirkungen der Akupunktur sind:
  • Sie verbessert die Durchblutung
  • Sie bewirkt die Freisetzung zahlreicher Neurotransmitter und Neurohormone, unter anderem fördert sie die Ausschüttung von Endorphinen (natürliche schmerzlindernde Hormone des Körpers)
  • Sie lindert Muskelkrämpfe
  • Sie stimuliert die Nerven und das Immunsystem des Körpers
 
Daneben hat sie noch zahlreiche weitere positive Wirkungen. Nach der chinesischen Philosophie entsteht Krankheit durch ein energetisches Ungleichgewicht im Körper. Akupunkturtherapie soll die Energie ausgleichen, den Energiefluss korrigieren und dadurch zur Heilung beitragen.
 
Ist Akupunktur schmerzhaft? Wie reagiert mein Tier darauf?
Akupunktur wird mit sterilen dünnen Stahlnadeln durchgeführt, um Infektionen zu vermeiden. Gelegentlich tritt ein kurzer Schmerzmoment auf, wenn die Nadel in bestimmten empfindlichen Bereichen die Haut durchsticht. Sobald die Nadel am Platz ist, entspannen sich die meisten Tiere und schlafen sogar häufig während der Behandlung ein. Ist ein Tier ängstlich bei der Akupunktur wende ich den schmerzfreien Akupunkturlaser an. Eine fachgerecht durchgeführte Akupunktur hat kaum Nebenwirkungen, da die Nadeln auf eine Mobilisierung der Selbstheilungskräfte des Körpers abzielen. Es können sich aber zu Beginn der Therapie einzelne Symptome vorübergehend verstärken, dies nennt man Erstreaktion.
 
Wie sicher ist die Akupunktur?
Akupunktur ist eine der sichersten Therapieformen, wenn sie von einem kompetenten Akupunkteur durchgeführt wird. Nebenwirkungen treten nur in Ausnahmefällen auf. Gelegentlich verschlechtert sich der Zustand eines Tieres vorübergehend, bevor eine Besserung eintritt.
 
Da Akupunktur auf die Selbstheilungskräfte des Körpers wirkt und keine chemischen Substanzen eingesetzt werden, kommt es nur selten, wenn überhaupt, zu Komplikationen.
 
Wie oft und wie lange wird behandelt?
Die Behandlung kann zwischen 10 Sekunden und 30 Minuten dauern, je nach behandelter Störung und verwendeter Methode. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Akupunkturpunkte zu stimulieren, u.a. durch Nadeln, Moxibustion (Erwärmen des Punktes) oder Laserakupunktur.
 
Die Patienten werden in der Regel 4-6 Wochen lang, 1-3 mal pro Woche behandelt. Eine positive Reaktion ist oft im Laufe der ersten 4-6 Behandlungen zu beobachten, manchmal auch schon früher, je nach behandelter Erkrankung.