Tierheilpraktikerin
Tina Doxtader


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Er hat fünf Augenpaare, zwei Mäuler mit jeweils 240 spitzen Zähnen und er ernährt sich von Blut. Eine Beschreibung wie aus einem Horrorfilm - dennoch: in der Medizin leistet der Süßwasseregel Hirudo medicinalis wertvolle Dienste.

Ein Blutegel ist die reinste Mini-Apotheke. Bis zu 40 Inhaltsstoffe vermuten Forscher im Speichel der Tiere - gerinnungshemmende und gefäßerweiternde, entkrampfende, entzündungshemmende und schmerzlindernde.

Der medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) gehört zu den Ringelwürmern und zwar in die Familie der Kieferegel. Sie sind eng verwandt mit dem Regenwurm und stehen heute unter Artenschutz. In freier Natur werden Blutegel maximal 12-15 Zentimeter lang und 1-2 Zentimeter breit. In Gefangenschaft können sie 5-27 Jahre alt werden. Blutegel besitzen kein Gehirn. Die Atmung erfolgt nicht mittels einer Lunge, sondern der Gasaustausch findet über die Körperoberfläche statt.

Blutegel können sehr lange Zeit ohne Nahrung leben. Als Nahrung dient ihnen ausschließlich Blut. Der Biss des Blutegels ist relativ schmerzarm, vergleichbar mit einem Insekten- oder Nadelstich. Die Bisswunde ist ungefähr 1-2 mm groß. Während des Saugens scheidet der Blutegel ein Sekret in die Wunde ab. Dieses enthält unter anderem eine Histamin-ähnliche Substanz, die die Blutgefäße erweitert. Dadurch wird die Blutfülle im Gewebe rund um die Wunde erhöht. Zudem wird Hirudin abgegeben, das die Blutgerinnung hemmt. Im Sekret sind noch weitere Substanzen enthalten, die unter anderem gerinnungs- und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Nach 20 Minuten bis 2 Stunden ist der Egel gesättigt und lässt los. Der Kiefer des Blutegels bleibt nicht in der Haut des Opfers zurück. Pro Mahlzeit saugt ein Blutegel 3-6 ml Blut. Durch die Nachblutung verliert das Opfer weitere 20-30 ml Blut.

Die Blutegeltherapie ist eine Methode, die zu den Blutentziehungsverfahren gehört. Blutentziehungen wurden von jeher bei Krankheiten angewendet. In der Geschichte der meisten Naturvölker finden sich Hinweise auf den therapeutischen Einsatz der Blutentziehung. Anhand von Wandmalereien kann vermutet werden, dass schon in der Steinzeit Menschen mit Blutegeln behandelt wurden.

Krankheiten des Pferdes, bei denen Blutegel angewendet werden können

  • Arthritis 
  • Arthrose 
  • Spat
  • Hufrollenerkrankung (Podotrochlose)
  • Kniegelenksarthrose
  • Schale
  • Sehnenentzündung
  • Akute Hufrehe (hier gibt es vermutlich keine sinnvollere Therapie als mit Blutegeln. Die Komplikationsrate in Form von Hufbeinsenkung oder -rotation wird minimiert.) 
  • Patellaluxation
  • Wirbelsäulenerkrankungen  

Hunde reagieren auf die Blutegeltherapie oft deutlich positiver und schneller als Pferde. Krankheiten des Hundes, bei denen Blutegel angewandt werden können

  • Hüftgelenksdysplasie (HD) mit sehr gutem Erfolg, oft monatelange Schmerzfreiheit.  
  • OCD, Omarthrose (Schultergelenksarthrose)
  • Spondylose
  • akuter Bandscheibenvorfall mit und ohne Kompression des Rückenmarkes

Hier finden Sie ein Diskussionsforum zum Thema Blutegel www.blutegel.org/forum